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Michael Kretschmer hält Energiewende für gescheitert – und fordert AKWs statt Kohle zum Gas-Ersatz

DER SPIEGEL 08/1/2022

Einfach nur mehr Strom aus Wind und Sonne zu erzeugen, ist in der aktuellen Energiekrise laut Sachsens Ministerpräsident Kretschmer keine Alternative. Er verlangt, die Atomkraftwerke müssten weiterlaufen.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen View pictures in App save up to 80% data.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen

Michael Kretschmer hat die Energiewende für misslungen erklärt. »Wir haben einen Punkt erreicht, an dem die Grundlastfähigkeit der Energie an ihre Grenzen gestoßen ist«, sagte der sächsische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vorsitzende dem »Handelsblatt «. »Die Energiewende mit Gas als Grundlast ist gescheitert.«

Kretschmer forderte, die Laufzeiten von Atomkraftwerken auf unbestimmte Zeit zu verlängern. »Solange die Bundesregierung kein neues Konzept für die Energiewende erarbeitet hat, müssen die Atomkraftwerke weiterlaufen.« Bereits der letzte Winter habe gezeigt, dass oftmals die Produktion aus Ökoenergien nicht ausreiche und entsprechend eine witterungsunabhängige Stromproduktion unabdingbar sei.

Die Bundesregierung streitet derzeit über einen »Streckbetrieb« der drei noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke. Laut TÜV-Verband könnten zudem auch drei weitere, bereits stillgelegte Meiler in kürzester Zeit wieder sicher hochgefahren werden. Insbesondere diese auch von FDP-Chef Christian Lindner geforderte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, lehnen die Grünen jedoch ab. Die noch laufenden AKW Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 liefern etwa 30 Terrawattstunden Strom pro Jahr und machen einen Anteil von rund fünf Prozent an der deutschen Stromproduktion aus.

Kretschmer: Hohe Energiepreise bedrohen Wirtschaftsstandort

Es sei keine Alternative, einfach nur mehr Strom aus Wind und Sonne zu erzeugen. Inzwischen seien die explodierenden Gas- und Strompreise »eine Bedrohung« für den Wirtschaftsstandort, sagte nun CDU-Politiker Kretschmer. »Wir brauchen eine Grundlastfähigkeit. Dazu Braunkohlekraftwerke anzuwerfen, ist Wahnsinn«, sagte er angesichts ihrer CO2-Bilanz. In der Vergangenheit hatte Kretschmer sich mit Verweis auf die Arbeitsplätze in seinem Bundesland jedoch immer wieder gegen einen früheren Ausstieg aus der Kohleverstromung ausgesprochen.

Seit 14. Juli erlaubt eine Verordnung, dass Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve wieder in Betrieb gehen können, um Erdgas einzusparen. Neben der bereits gültigen Verordnung für Steinkohle- und Ölkraftwerke wird für Anfang Oktober auch eine Verordnung für das Wiederanfahren von bereits stillgelegten Braunkohlekraftwerken vorbereitet. Hinzu kommt eine Gaseinsparverordnung, die die unnötige Verstromung von Erdgas verhindern soll. Im Juni lag der Erdgasanteil an der Stromerzeugung in Deutschland laut Bundesnetzagentur bei 11,2 Prozent.

Im Falle eines Lieferstopps von russischem Erdgas, das in großen Teilen zum Heizen eingesetzt wird, droht Experten zufolge eine schwere Wirtschaftskrise. »Das wäre ein Rückschlag mit erheblichen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung. Deutschland würde dann definitiv in die Rezession abrutschen«, hatte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing am Wochenende der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« gesagt.

Man sollte deshalb aber nicht Angst und Schrecken verbreiten, fügte er hinzu. Die deutschen Unternehmen seien für den Fall der Fälle vorbereitet. Man könne nicht alles auffangen. »Aber die wirtschaftliche Resilienz unseres Landes ist enorm, das sollten wir nicht kleinreden. Das gilt übrigens auch für die finanzielle Widerstandskraft, für die wir Banken ja mit zuständig sind.«

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