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Fast 1000 Panzer: Riesiges Rüstungsgeschäft Polens mit Südkorea

DiePresse.com 07/27/2022

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Polnischer Leopard 2 im scharfen Schuss. 

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs rüstet der Nato-Staat Polen weiter auf und ist sogar dabei, eines der zahlenmäßig größten Rüstungsgeschäfte im Westen seit Jahrzehnten abzuschließen. Es geht um Panzer, Panzerhaubitzen und Kampfflugzeuge.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs rüstet der Nato-Staat Polen weiter auf und ist sogar dabei, eines der zahlenmäßig größten Rüstungsgeschäfte in Europa seit Jahrzehnten abzuschließen: Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak unterzeichnete am Mittwoch Rahmenverträge mit Südkorea über die Lieferung bzw. inländische Produktion von fast 1000 Kampfpanzern, etwa 650 Panzerhaubitzen und 48 Kampfflugzeugen.

Angaben zum finanziellen Volumen des Geschäfts machten beide Seiten nicht; Insider nennen Zahlen von um die 15 Milliarden Dollar. Der Lieferhorizont erstreckt sich über mehrere Jahre. Südkoreanischen Offizieren zufolge handelt es um das größte Rüstungsexportgeschäft in der Geschichte des asiatischen Landes.

Polen ziehe die Lehren aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, sagte Blaszczak nach der Unterzeichnung der Verträge. „Die Zeit drängt, wir müssen die polnische Armee ausrüsten."

Konkret geht es um 980 Kampfpanzer vom Typ K2 Black Panther, 648 Panzerhaubitzen K9 Thunder und 48 Kampfjets Typ FA-50 Golden Eagle. Die Black Panthers sind hochmoderne Fahrzeuge von Hyundai, im Dienst erst seit 2014, und wurden mit gewissen Einflüssen des deutschen Leopard 2 und des russischen T-80U entwickelt. Bemerkenswert: Südkoreas Armee hat bisher erst etwa 260 Stück davon bekommen, weitere wohl mehr als 100 sollen ab 2023 folgen.

Die K9-Haubitzen (Mitentwickler war Samsung, gebaut mittlerweile von Hanwha), Kaliber 155 Millimeter, Schussweite 18 bis 54 Kilometer, lehnen sich zumindest optisch stark an die bekannten amerikanischen M109-Panzerhaubitzen an, sind aber technisch sehr auf Ebene der quasi hypermodernen deutschen Panzerhaubitze 2000, die als beste Artilleriewaffe ihrer Art derzeit gilt.

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K9-Panzerhaubitze der indischen Armee, hier im Hochgebirge im Grenzraum zu China, Mai 2021. 

Der Golden Eagle von Korea Aerospace wiederum ist ein leichtes Strahlflugzeug und im Grunde ein Überschall-Trainingsjet, der auch bewaffnet werden kann, keinesfalls allerdings ein schwerer Jagdbomber bzw. Mehrzweckkampfjet.

Großteil wird in Polen gefertigt

Die ersten 180 K2-Panzer sollen von Hyundai gebaut werden und noch heuer nach Polen überstellt werden. Diese enorme Eile bei zugleich hoher Stückzahl legt nahe, dass die Polen damit einen Teil oder alle der bisher für die südkoreanische Armee vorgefertigten Panzer des oben erwähnten nächsten Auslieferungsloses bekommen; das könnte sich der Eile wegen in einem gewissen Preiszuschlag auswirken. Bisher kursieren Stückpreise von etwa sechs bis acht Millionen Euro. 800 Panzer sollen ab 2026 in veränderter Form als K2PL in Polen gebaut werden.

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Golden Eagles bei einem Demonstrationsflug, hier in der Trainerversion T-50. 

The ersten 48 Haubitzen K9 kommen demnach auch schon heuer nach Polen, die übrigen 600 ab 2024, wobei das Gros ebenfalls dort gefertigt werden wird. Die ersten FA-50-Jets sollen 2023 an Polen ausgeliefert, das Gros jedoch ebenfalls dort gebaut werden. Diese Flugzeuge waren zeitweise auch für das österreichische Bundesheer im Gespräch.

Polen hatte in den vergangenen Monaten bereits mehr als 300 US-Kampfpanzer Typ M1 Abrams, Boden-Luft-Raketensysteme des europäischen Konsortiums MBDA sowie mehr als 30 Hubschrauber aus Italien bestellt.

Zum Vergleich: Vor Kriegsausbruch im Februar besaß das polnische Heer deutlich mehr als 800 Kampfpanzer und damit die viertgrößte Panzertruppe in der Nato nach den USA, der Türkei und Griechenland. Seither wurden mindestens 250 Panzer (vor allem sowjetrussische T-72 und polnische PT-91 Twardy) als Waffenhilfe an die Ukraine überstellt. Mit dem absehbaren Zuwachs aus den USA und Korea dürfte Polen rein rechnerisch die drittstärkste Panzermacht der Nato werden.

(ag./Greber)

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