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Deutsche Wirtschaft wächst nicht mehr - Arbeitslosigkeit steigt weiter

Sächsische.de 07/29/2022

Energiepreissprünge heizen die Inflation an, Lieferengpässe belasten die Industrie, die Arbeitslosigkeit steigt. Der Ukraine-Krieg verschärft bestehende Probleme Deutschlands. Europas größte Volkswirtschaft gerät unter Druck.

 4 Min.

Wegen der steigenden Inflation schränken die Verbraucher in Deutschland ihren Konsum derzeit ein. Das schadet dem Wirtschaftswachstum. View pictures in App save up to 80% data.
Wegen der steigenden Inflation schränken die Verbraucher in Deutschland ihren Konsum derzeit ein. Das schadet dem Wirtschaftswachstum. © ZB/dpa

Lieferengpässe und die Folgen des Ukraine-Krieges haben die deutsche Wirtschaft im Frühjahr ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Vierteljahr 2022, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Zu Jahresbeginn war Europas größte Volkswirtschaft nach den jüngsten Daten noch um 0,8 Prozent gewachsen.

Die schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit der Corona-Pandemie, gestörten Lieferketten, steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine schlügen sich deutlich in der Konjunktur nieder, erklärte die Wiesbadener Behörde. Gestützt wurde die Konjunktur demnach vor allem von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, während der Außenbeitrag das Wirtschaftswachstum dämpfte.

Inflation bremst den privaten Konsum

Steigende Energiepreise und anhaltende Lieferengpässe belasten die Industrie. Zugleich bremst die höchste Inflation seit Jahrzehnten den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur ist.

Nach Angaben der GfK-Konsumforscher hat sich das Ausgabeverhalten der Menschen in Deutschland mittlerweile spürbar verändert. Bei Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln oder Körperpflegeprodukten schnallen Verbraucherinnen und Verbraucher demnach den Gürtel enger. Die Konsumlaune sank zuletzt auf ein Allzeittief. "Zu den Sorgen um unterbrochene Lieferketten, den Ukraine-Krieg und stark steigende Energie- und Lebensmittelpreise, kommen nun Befürchtungen um eine ausreichende Gasversorgung von Wirtschaft und privaten Haushalten im nächsten Winter", erläuterte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Zugleich hat sich die Stimmung in den Unternehmen deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima, für das etwa 9.000 Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate beurteilen, sank im Juli auf den niedrigsten Stand seit gut zwei Jahren. "Deutschland steht an der Schwelle zur Rezession", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Hohe Energiepreise und drohende Gasknappheit belasten die Konjunktur."

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer geht davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft bereits in einem Abschwung befinden dürfte. Wie schlimm es am Ende komme, liege vor allem in den Händen von Russlands Präsident Wladimir Putin. "Käme es zu einem kompletten Stopp der Gaslieferungen, wäre eine tiefe Rezession unvermeidlich." Das bedeutet, dass die deutsche Wirtschaft nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen würde.

Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Europas größte Volkswirtschaft dieses Jahr voraussichtlich nur um 1,4 Prozent zulegen. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von nur 1,2 Prozent im

Arbeitslosigkeit im Juli wegen Ukraine-Erfassung weiter gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli um 107.000 auf 2,47 Millionen gestiegen. Hintergrund ist vor allem die weitere Erfassung ukrainischer Flüchtlinge in der Arbeitsmarktstatistik, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen um 120.000. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent, 0,2 Punkte mehr als im Juni. Die Bundesagentur griff für ihre Juli-Statistik auf Daten zurück, die bis zum 12. Juli vorlagen.

"Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im Juli kräftiger zugenommen als jahreszeitlich üblich", sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Dies liege an den ukrainischen Geflüchteten, die zunächst als Asylbewerber eingestuft waren, nun aber in der Grundsicherung erfasst und damit in der Arbeitslosenstatistik auftauchen. "Insgesamt ist der Arbeitsmarkt trotz aller Belastungen und Unsicherheiten weiterhin stabil", sagte Terzenbach.

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit war zuletzt weiter rückläufig, wie die Bundesagentur zudem mitteilte. Belastbare Daten liegen bis Mai vor. Zu dieser Zeit waren 328.000 Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Die Bundesagentur ist immer noch mit mehr als 2.000 Mitarbeitern dabei, die Kurzarbeitsspitzen aus den Lockdown-Phasen der Corona-Pandemie abzuarbeiten. In der Spitze waren fast sechs Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit.

Die Chancen, einen Job zu bekommen, sind immer noch hoch. Laut Bundesagentur waren im Juli 881.000 offene Stellen gemeldet. Das sind 136.000 mehr als vor einem Jahr. (dpa)

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